Dendroide Rêverie No. 1 - eine Installation vom Künstlerduo Böhler & Orendt

Die Video-Screen-Maske macht den Baumstamm zum Hauptdarsteller in einem Ein-Personen-Mini-Theaterstück, in dem ein untoter Baum-Cyborg von besseren Zeiten träumt - eine Installation von Böhler & Orendt in Ansbach.

Bild: Böhler & Orendt

Evangelische Friedhöfe

Unendlich still ...

Zeitgenössische Kunst auf evangelischen Friedhöfen in Bayern: Besuchen Sie die Ausstellungseröffnung am 10. Mai in Regensburg oder am 11. Mai in Nürnberg und Augsburg.

Friedhöfe sind besondere Orte: "Sie bieten einen Schatz an Glaubenszeugnissen und Familiengeschichten. Sie sind Orte der Ruhe, nicht nur für die Toten, sondern auch für die, die hier ihrem eigenen Leben nachsinnen und den Lieben nachtrauern", so Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Friedhöfe sind ein historischer, architektonischer und künstlerischer Schatz der evangelischen Kirche. Und sie sind öffentlicher Kulturraum.

Der Kunstreferent der Landeskirche Helmut Braun möchte diesen Kulturraum neu beleben und Gegenwartkunst auf Friedhöfen als Einstellungen oder dauerhaft gestaltete Elemente etablieren. "Gerade Künstler beschäftigen sich im Rahmen ihrer jeweiligen Ausdrucksform häufig mit existenziellen Problemen und Grenzerfahrungen sowie mit den letzten Fragen des Lebens", so Kunstreferent Helmut Braun. "Sie können mit ihren häufig direkten und provozierenden Arbeiten Debatten über die Hintergründe und Folgen unseres Umgangs mit dem Tod anstoßen."

Ausstellungsprojekt "unendlich still..."

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"Gegenwartskunst kann neue Erfahrungs- und Wahrnehmungsräume in der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod eröffnen", so Braun. "Sie vermag zu tiefem Nachdenken, sinnlichen Erlben und zu einem hoffnungsvollen Innehalten anregen. Sie könnte einen Weg weisen, einen Friedhof zu einem Ort der heiteren Meditation werden zu lassen."

Ausstellung "unendlich still..."

Wie aber sind Gegenwartskunst und Friedhof zusammenzubringen? Kunstreferent Helmut Braun und Dr. Janette Witt haben eine Ausstellung kuratiert, die vom 1. Mai 2022 bis 30. September 2022 auf evangelischen Friedhöfen in ganz Bayern zu sehen ist. Es werden Arbeiten von 28 Künstlerinnen und Künstlern gezeigt, von denen viele eigens für diesen Anlass und den jeweils spezifischen Ort entwickelt wurden. Die Ausstellung findet zeitgleich in den sechs Kirchenkreisen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern auf je einem Friedhof statt.

Die Ausstellung möchte den Friedhof als Ort der Auseinandersetzung mit dem Sterben wieder stärker ins Bewusstsein rücken und ihn mit künstlerischen Sichtweisen als wertvollen Kulturraum neu beleben. So sollen sinnlich wahrnehmbare Signale gesetzt werden, den Friedhof als wertvollen Kulturraum auszuweisen und den Ort der Toten mit Leben zu erfüllen. Die Ausstellung soll beispielhaft zeigen, wie Kunst eine Friedhofsanlage zu einem lebendigen Denk- und Experimentierraum erweitern kann.

Das umfangreiche Begleitprogramm mit je eigenen Eröffnungsveranstaltungen entwickeln die verantwortlichen Gremien und Kirchengemeinden vor Ort gemeinsam mit den regionalen Kunstbeauftragten der Kirchenkreise. Anlass für die Ausstellung ist die 2021 von Oberkirchenrat Prof. Dr. Hans-Peter Hübner und Prof. Dr. Klaus Raschzok herausgegebene Publikation „Evangelische Friedhöfe in Bayern“.

Offizieller Beginn der Ausstellung ist der 1. Mai, die Eröffnungen finden an den sechs Orten an unterschiedlichen Tagen in der ersten Maihälfte statt und werden von den Verantwortlichen vor Ort organisiert. Am 30. September endet die Ausstellung.

ANSBACH Stadtfriedhof
Vernissage: Freitag, 6. Mai, 18 Uhr
Tag des Friedhofs: Sonntag, 22. Mai, 13 Uhr

AUGSBURG Protestantischer Friedhof
Vernissage: Mittwoch, 11. Mai, 18 Uhr

BAYREUTH Stadtfriedhof
Vernissage: Sonntag, 1. Mai, 19 Uhr

NÜRNBERG St. Johannisfriedhof
Vernissage: Mittwoch, 11. Mai, 19 Uhr

OBERALLERSHAUSEN Evangelischer Friedhof
Vernissage: Samstag, 7. Mai, 11 Uhr
Gemeindefest: Donnerstag, 26. Mai, 10:30 Uhr Gottesdienst, anschl. Fest

REGENSBURG Evangelischer Zentralfriedhof
Vernissage: Dienstag, 10. Mai, 18.30 Uhr
Finissage/Tag des Denkmals: Sonntag, 11. September, 14 Uhr

09.05.2022
ELKB